Rückblick wif-Events
Zu Besuch beim Luzerner Sinfonieorchester
Was braucht es für Exzellenz auf der Konzertbühne? Das können wir gleich vorwegnehmen: weit mehr als musikalisches Können.
Beim gestrigen wif-Anlass besuchten wir das Orchesterhaus des Luzerner Sinfonieorchesters, beim Campus Südpol. Hier durften wir hinter die Kulissen blicken und auch hinhören. Anne-Laure Pantillon an der Flöte und Christina Galatti an der Violine spielten für uns im Orchestersaal. Zwei Instrumente, zwei Stimmen – und ein Zusammenspiel, das den prächtigen Saal wundervoll erfüllte.
Was es braucht, damit ein Orchester auf diesem Niveau spielt, darüber sprach Moderatorin Nicole Frank mit Präsidentin Karin Auf der Maur und Geschäftsführer Dominik Cajochen. Exzellenz auf der Bühne verlangt Professionalität im Hintergrund – und Kontinuität im Ensemble. Die knapp 80 Musikerinnen und Musiker bringen zusammen mehr als 1000 Dienstjahre mit. Sie spielen in Luzern und gastieren regelmässig auf grossen Bühnen im Ausland.
Vom Orchester lässt sich einiges in die Arbeitswelt mitnehmen, wie Dominik Cajochen aufzeigte: vorbereitet sein, aufeinander hören und einer gemeinsamen Vision folgen. Denn wer unvorbereitet in die Probe kommt, kostet wertvolle gemeinsame Zeit. Und wer nur die eigene Stimme hört, bringt das Zusammenspiel aus dem Takt.
Karin Auf der Maur wiederum bringt als Präsidentin bewusst den Blick von aussen ein: «Ich bin Präsidentin, weil ich Publikum und nicht Musikerin bin.»
In den vergangenen zwei Jahrzehnten ist das Luzerner Sinfonieorchester unter der Intendanz von Numa Bischof Ullmann von 47 auf knapp 80 Musikerinnen und Musiker gewachsen. Diese Grösse ermöglicht es, auch gross besetzte romantische und spätromantische Werke zu spielen. Gleichzeitig sucht das Orchester neue Wege zu einem jüngeren Publikum – etwa mit Konzerten an ungewohnten Orten wie dem Neubad und kleineren Konzertformaten im Orchesterhaus.
Spätestens nach der Führung durch Proberäume, Notenbibliothek und Arbeitsbereiche war bei den rund 60 wif-Frauen die Neugier auf Konzerte des Sinfonieorchesters geweckt. Beim abschliessenden Netzwerkapéro wurde im Programmheft geblättert, über Konzerte gesprochen und bereits das eine oder andere Datum ins Auge gefasst.
Herzlichen Dank an das Luzerner Sinfonieorchester für diesen spannenden Blick hinter die Kulissen – und einen Abend voller Musik, Austausch und neuer Einblicke. Danke Nicole Frank für die souveräne Moderation und dem Südpol-Barteam für den feinen Apéro.
Körpertuning & Selbstoptimierung: im digitalen Zeitalter
wif-Frauen stellen sich vor
Der Anlass «wif-Frauen stellen sich vor» in der Aula der Pädagogische Hochschule Luzern zeigte eindrücklich, wie vielfältig, mutig und inspirierend weibliches Unternehmertum sein kann. Rund 50 wif-Frauen lauschten den persönlichen Geschichten von drei Unternehmerinnen und nutzten den anschliessenden Netzwerk-Apéro für angeregte Gespräche und neue Begegnungen.
Co-Präsidentin Anduena Berisha eröffnete den Abend mit einem starken Gedanken: Frauen dürfen in der Schweiz erst seit 1971 wählen und abstimmen, und erst seit 1988 ohne Zustimmung ihres Ehemanns ein eigenes Unternehmen führen. Gerade deshalb seien Netzwerke wie das wif so wichtig: um Frauen sichtbar zu machen, sie zu stärken und gegenseitig zu unterstützen.
Den Auftakt machte Sabine Haas mit einer kurzen Meditation, die das Publikum unmittelbar entschleunigte. Nach vielen Jahren in Führungspositionen der Textilbranche führte sie eine persönliche Erschöpfung 2022 zu einer Auszeit und schliesslich zur Ausbildung als MBSR-Trainerin. Heute begleitet sie Menschen dabei, den «Autopiloten» des Alltags bewusster wahrzunehmen, Gelassenheit zu entwickeln und ihre Resilienz zu stärken. Ihr Ansatz: das stärken, was uns stärkt – und reduzieren, was uns schwächt.
Anschliessend nahm Karin Frappa die Gäste mit in die emotionale Welt des Immobilienverkaufs. Mit der Frage «Würdet ihr euer Haus dem Meistbietenden verkaufen oder der Person, die passt?» machte sie deutlich, dass es bei Immobilien selten nur um Zahlen geht. Die langjährige Branchenkennerin, die seit diesem Jahr selbstständig ist, sprach über Vertrauen, Emotionen und die besonderen Momente der Schlüsselübergabe, bei denen oft Freudentränen fliessen. Spannend waren auch ihre Einblicke in die Bedeutung von Visualisierungen, die Häusern Leben und Atmosphäre verleihen.
Den Abschluss machte Ellen Zander, die mit dem Vergleich einer IKEA-Tasche und ihrer Luxus-Kopie direkt in die Welt des Marken- und Patentrechts einstieg. Unter dem Motto «We know how to protect your know-how» zeigte sie anhand konkreter Beispiele auf, warum auch kleine Unternehmen ihre Marken schützen sollten. Die studierte Physikerin erklärte, weshalb Patentrecht eng mit Wissenschaft, Forschung und technischen Entwicklungen verbunden ist und warum sie dadurch oft schon heute mit Innovationen arbeitet, die morgen unseren Alltag prägen werden.
Der Abend machte deutlich: Unternehmerinnen brauchen Mut, Ausdauer und Überzeugungskraft. Der Weg in die Selbstständigkeit ist nicht immer einfach; manchmal sogar richtig hart. Doch alle drei Frauen verbindet, dass sie ihren eigenen Weg gegangen sind, an ihre Vision glauben und genau wissen, worin ihre Stärke liegt. Dafür gebührt ihnen grosser Respekt – und ein herzlicher Applaus des wif.
Klar auftreten, stark erzählen
Ein ausgebuchter Abend. Rund 130 Frauen. Spürbar viel Energie.
Schon beim Ankommen war klar: Dieses Thema bewegt. Auftrittskompetenz ist mehr als Technik. Es gehtm Haltung, Präsenz und darum, sich selbst wirksam zu zeigen.
Mit viel Erfahrung und Klarheit führte Eva Wannenmacher durch einen Abend voller Impulse und Aha-Momente. Besonders kraftvoll: die interaktiven Sequenzen. Zuhören wurde zum Mitmachen – und Wirkung plötzlich ganz konkret spürbar.
Drei Erkenntnisse, die bleiben:
- Wir wirken immer. Die Frage ist: wie bewusst?
- Charisma ist lernbar. Körpersprache, Stimme und Haltung sind trainierbar.
- Storytelling bewegt. Geschichten verbinden – und bleiben.
Die „Me–Us–Now“-Struktur zeigte eindrücklich, wie Kommunikation Menschen erreicht: von der eigenen Motivation über gemeinsame Werte hin zum klaren Impuls.
Was bleibt?
Mehr Bewusstsein. Mehr Mut. Mehr Wirkung.
Beim anschliessenden Apéro wurde weitergedacht, weitergesprochen und vernetzt – offen, inspirierend und ganz im Sinne des WIF.
Ein herzliches Dankeschön an Eva Wannenmacher und an alle Teilnehmerinnen für diesen starken Abend.
Fotos: Copyright Margherita Delussu (https://delussu.ch/)
Individualbesteuerung
Steuern und spannend? Ja, das geht! Beim gestrigen Online-Anlass des wif-Wirtschaftforums für Frauen hat uns Fabienne Gloor, Steuerexpertin und Dozentin, in knapp einer Stunde verständlich und sehr anschaulich durch das Thema Individualbesteuerung geführt.
Mit viel Fachwissen und einer klaren Struktur gelang es ihr, ein objektives Bild der geplanten Reform zu vermitteln. Sie zeigte auf, warum die Individualbesteuerung eingeführt werden soll, was hinter dem Begriff der „Heiratsstrafe“ steckt und weshalb die Auswirkungen je nach Lebens- und Einkommenssituation unterschiedlich sein können. Dabei wurde auch deutlich: So einfach, wie es auf den ersten Blick scheint, sind konkrete Berechnungen oft nicht. Umso wichtiger ist es, sich gut zu informieren.
Fabienne hatte zu Beginn versprochen, dass das Thema spannend sein kann und sie hat Wort gehalten. Der Vortrag war interessant, verständlich und hat uns wif-Frauen geholfen, das Thema besser einzuordnen und uns eine fundierte eigene Meinung im Hinblick auf die kommende Abstimmung zu bilden.
Ein herzliches Dankeschön an Fabienne Gloor für den tollen Input und an Vorstandsfrau Nora Schmidlin für die angenehme Moderation. Wir nehmen viele neue Erkenntnisse und Denkanstösse aus diesem gelungenen Online-Anlass mit!
35. Generalversammlung
Die 35. Generalversammlung des wif fand in der im Oktober 2025 eröffneten Pilatus Arena statt - ein sportliches Setting, das perfekt zu unserem dynamischen Netzwerk passte. Insgesamt 61 Frauen nahmen an der GV teil und füllten den Raum mit Energie, Austausch und Engagement.
Frisch und sympathisch führten unsere Co-Präsidentinnen Anduena Berisha und Jelena Vokinger durch den Abend. Gemeinsam mit den weiteren Vorstandsfrauen präsentierten sie Zahlen und Fakten, blickten zurück auf ein bewegtes Jahr und gaben einen Ausblick auf die kommenden Aktivitäten. Besonders erfreulich: Unsere Mitgliederzahl wächst stetig. Das wif wird nicht nur grösser, sondern auch vielfältiger.
Mit einem herzlichen Dankeschön verabschiedeten wir Anita Gasser als Revisorin und durften gleichzeitig Kristina Willi in dieser Funktion willkommen heissen. Neu im Vorstand begrüssen wir zudem Saskia Steinmann. Wir freuen uns sehr über die Verstärkung durch diese beiden engagierten Frauen.
Ein besonderes Highlight der GV war wie jedes Jahr der Ausblick auf das Jahresprogramm 2026: Topaktuell starten wir im Februar mit einem Referat von Fabienne Gloor zur Individualbesteuerung, gefolgt von einem weiteren spannenden Anlass mit Eva Wannenmacher. Neugierig? Alle Infos und das gesamte Jahresprogramm 2026 findet ihr hier: https://www.wif-wirtschaftsforum.ch/events/jahresprogramm
Zwischen Sportarena-Feeling und Apéroglas klang der Abend aus mit inspirierenden Gesprächen, neuen Kontakten und ganz viel guter Stimmung.
In der Arbeitswelt noch verkanntes Potenzial – Neurodiversität verstehen und wertschätzen
Neurodiversität – ein Thema, das bewegt, betrifft und bereichert. Das wif diskutierte die Frage, wie Unternehmen neurodivergente Talente besser verstehen und fördern können. Drei Expertinnen beleuchteten das Thema aus ganz unterschiedlichen Perspektiven:
Bettina Horber, Spezialistin für Neurodivergenz, gab spannende Einblicke in die Zusammenarbeit zwischen Firmen und Mitarbeitenden. Sie erklärte: «Bereits kleine Veränderungen wie ein ruhigerer Arbeitsplatz können für Menschen mit ADHS oder Autismus grosse Unterschiede machen.»
Taryn Kiser von auticon zeigte auf, wie neurodivergente Menschen im Recruiting-Prozess und bei der Arbeit unterstützt werden können und wie Teams durch sie bereichert werden. «Sobald offen über das Thema gesprochen wird, verändert sich die Teamkultur spürbar. Es entsteht mehr Verständnis, mehr Klarheit und mehr Zusammenhalt.»
Isabelle Hauser, Head of Diversity & Inclusion bei der Migros, brachte die Arbeitgebersicht ein und zeigte, wie die Migros das Thema lebt. Sie forderte auf, persönliche Vorurteile abzulegen und die eigene Unternehmenskultur immer wieder zu reflektieren. «Vielfalt entsteht durch bewusste Entscheidungen.»
Alle drei waren sich einig: Oft braucht es gar nicht so viel, um ein inklusives Arbeitsumfeld zu schaffen – vielmehr ist die richtige Haltung gefragt. Und so lautet die einfache, aber entscheidende Frage: Was brauchst du, damit du gut arbeiten kannst?